Dysfunktionale Gedanken im Leistungssport


Aktuelle Studie | Ziel des Projektes | Durchgeführte Studien | Aktueller Stand des Projektes | Wie geht es weiter? | Wie können Sie das Projekt unterstützen? | Benefit?!


Aktuelle Studie: Validierung eines sportspezifischen Messinstruments zur Erfassung dysfunktionaler Gedanken im Wettkampfkontext

Hier geht es zur aktuellen Studie:

https://www.soscisurvey.de/FBprojectSportsStudy/

Die Bearbeitungsdauer des Fragebogens liegt in der Regel bei maximal 20 bis 30 Minuten.

 

Teilnahmevoraussetzungen:

  • Mindestalter von 16 Jahren
  • Wettkampferfahrung

Ziel des Projektes

Ziel des Projekts ist es, verschiedene dysfunktionale Gedanken der Sportler*innen in Bezug auf die sportliche Aktivität zu erfassen, um daraus einen sportspezifischen Fragebogen zu entwickeln. Dabei steht vor allem der sportliche Wettkampf im Fokus.


Dysfunktionale Gedanken

Für unsere Forschungsarbeit haben wir folgende Arbeitsdefinition von dysfunktionalen Gedanken zugrunde gelegt: „Dysfunktionale Gedanken im Wettkampfsport sind demotivierende, zielhemmende, einschränkende oder belastende Gedanken bei aktiven Wettkampfsportlern*innen (im Leistungs- oder Hochleistungsbereich), die im Kontext der Ausübung des Sports auftreten“.


Was wurde bisher im Rahmen dieses Projektes untersucht?

 

Studie 1: Wahrnehmung dysfunktionaler Gedanken aus der Perspektive der Trainer*innen

Forschungsfrage: „Welche störenden oder leistungshemmenden Gedanken der Sportler und Sportlerinnen werden überhaupt von den Trainern und Trainerinnen wahrgenommen?“

Ziel:

   Sammeln und identifizieren von potenziellen dysfunktionalen Gedanken

Ergebnisse:

   N = 124 Trainer*innen aus dem Freizeit- und Leistungssport
   Es konnten 470 verschiedene Aussagen der Trainer*innen identifiziert werden, die einen Hinweis auf potenzielle dysfunktionale Gedanken der Sportler*innen liefern
   Diese Gedanken/Aussagen konnten sieben verschiedene, übergreifenden Kategorien zugeordnet werden (siehe weiter unten)

Studie 2: Wahrnehmung dysfunktionaler Gedanken aus der Perspektive der Sportler*innen

Forschungsfrage: „Inwiefern treten solche von den Trainern*innen identifizierten Gedanken tatsächlich bei den Sportlern*innen auf?“

Ziel:

   Überprüfung der sieben Kategorien
   Weitere detailliertere, von Sportlern*innen formulierten Gedanken erhalten
   Zusätzliche Informationen über Häufigkeit des Auftretens und Einfluss der Gedanken gewinnen

Ergebnisse:

   N = 101 Sportler*innen aus verschiedenen Mannschafts- und Individualsportarten im Alter zwischen 15 und 30 Jahren (Ø 21.57 Jahre)
   Die grundlegende Struktur mit sieben Hauptkategorien konnte größtenteils beibehalten werden
   Es konnten 788 verschiedene Gedanken von Sportlern*innen identifiziert werden, die sich subjektiv auf die sportliche Leistung auswirken können

⇒Diese 788 Gedanken bilden die Grundlage für die Fragebogenentwicklung

Fazit Studie 1 & Studie 2:

   Die 788 verschiedenen Gedanken in den sieben Hauptkategorien bilden die Grundlage für die Fragebogenentwicklung
   Wertvolle Hinweise über die Konformität der Fremdwahrnehmung der Trainer*innen und die Eigenwahrnehmung der Sportler*innen in Bezug auf dysfunktionale Gedanken liegen vor

Sieben übergreifende Kategorien:

   Allgemeine Gesamtbelastung,
   Selbstwert,
   Leistungsdruck,
   Aktueller Wettkampf
   Sportlichen und körperlichen Belastung,
   Allgemeiner Trainings- und Wettkampfkontext
   Sorgen

 


Aktueller Stand des Projektes

Eine übersichtliche Zusammenfassung des aktuellen Stands des Projektes können Sie sich
⇐hier ansehen:

Basierend auf der Häufigkeit des Auftretens der verschiedenen Gedanken wurde gemeinsam mit Sportlern*innen sowie mit verschiedenen Experten aus der Sportwissenschaft, Sportpsychologie und Psychologie ein finaler Item-Pool von 70 Gedanken ausgewählt. Dabei waren 54 Gedanken dem Individual- und Mannschaftssportkontext und 16 Gedanken ausschließlich dem Mannschaftskontext zuzuordnen.

Diese 70 Items wurden den Sportlern*innen in einer weiteren Studie zur Bewertung vorgelegt.

Studie 3: Identifikation der am häufigsten auftretenden dysfunktionalen Gedanken im Wettkampfkontext

Forschungsfrage: „Wie häufig treten die ausgewählten Gedanken im Allgemeinen bei Sportlern*innen während eines Wettkampfes auf?“

Dabei beginnt ein Wettkampf in der Regel mit der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, die mit Betreten der Wettkampfstätte, frühestens aber mit dem Morgen des Wettkampfes beginnt und mit Abschließen des Wettkampfes endet.

Ziel:

  • Identifikation von Gedanken die am häufigsten im Wettkampfkontext auftreten
  • Reduzierung des initialen Item-Pools von 70 Gedanken auf eine „anwendbare“ Anzahl
  • Überprüfung einer zugrundeliegenden Struktur der ausgewählten finalen Gedanken

Ergebnisse:

  • N = 348 Sportler*innen aus verschiedenen Mannschafts- und Individualsportarten im Alter zwischen 18 und 69 Jahren (Ø 27.83 Jahre).
  • Es wurden 29 relevante Gedanken (21 Gedanken aus dem Individual- und Mannschaftssportkontext und 8 Gedanken ausschließlich aus dem Mannschaftskontext) identifiziert, die die Basis für die weitere Fragebogenentwicklung bilden und folgenden übergreifenden Kategorien zugrunde liegen

 

Kategorien Beispiel-Gedanken
Vergleich mit anderen • „Die anderen sind viel besser als ich“
• „Meine sportliche Leistung ist zu schlecht“
Individuelle Leistungsgedanken • „Ich will mich nicht enttäuschen“
• „Ich darf nicht versagen“
Spezifische Gedanken in Bezug auf den/die Trainer*in • „Mein Trainer versteht mich nicht“
• „Mein Trainer gibt mir keine Rückmeldung“
Gesamtbelastung • „Ich kann nicht mehr“
• „Mir ist alles zu viel“
Beitrag zur Mannschaftsleistung • „Ich bin nicht gut genug für die Startaufstellung“
• „Ich kann das Team nicht gut genug unterstützen“
Rolle in der Mannschaft • „Ich muss beweisen, dass ich zum Team gehöre“
• „Ich will meine Mannschaft nicht enttäuschen“

Wie geht es weiter?

Um zukünftig zuverlässige und differenziertere Aussagen über dysfunktionale Gedanken und deren potenziellen Einfluss auf die sportliche Leistung treffen zu können sind weitere Befragungen in unterschiedlichen Sportarten bzw. Sportgruppen unter Berücksichtigung des Leistungsniveaus, der sportlichen Erfahrung und des Alters notwendig.

Aktuelle Studie

Forschungsfrage: „Inwiefern lassen sich die sechs neuen Kategorien mit den 29 identifizierten Gedanken zuverlässig und in Abhängigkeit unterschiedlicher Sportlergruppen, des sportlichen Leistungsniveaus und des Alters replizieren?“

Ziel:

  • Identifizierung eines finalen Item-Pools zur Entwicklung eines Fragebogens zu dysfunktionalen Gedanken, welcher entsprechend der Zielgruppe valide und reliabel im Leistungssportkontext eingesetzt werden kann
  • Überprüfung der Anwendbarkeit auf verschiedene Leistungsniveaus und Altersstufen

Wie können Sie das Projekt unterstützen?

Leiten Sie den folgenden Link an Ihre Trainer*innen bzw. direkt an Ihre Sportler*innen weiter und tragen Sie dazu bei, dass eine ausreichende Stichprobengröße (N = 500) erzielt wird, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen und die finale Fragebogenentwicklung abzuschließen.

Hier geht es zur aktuellen Studie:

https://www.soscisurvey.de/FBprojectSportsStudy/

Die Bearbeitungsdauer des Fragebogens liegt in der Regel bei maximal 20 bis 30 Minuten.

 

Teilnahmevoraussetzungen:

  • Mindestalter von 16 Jahren
  • Wettkampferfahrung

Benefit?!

  • Ein einfaches, schnell einsetzbares Tool für Sportpsychologen*innen und Trainer*innen zur Einschätzung der Gedanken Ihrer Sportler*innen
  • Unterstützung der Sportler*innen bei Ihrer optimalen Leistungsentwicklung
  • Schaffen einer wissenschaftlichen Grundlage für zukünftige Coachings und Interventionen

Kontakt

Sie haben generelle Fragen zum Projekt, spezielle Fragen bzgl. der aktuellen Studie oder möchten Anmerkungen/Kritik/Rückmeldung äußern, dann erreichen Sie mich wie folgt:

 

Dr. Alena Michel- Kröhler
Sportpsychologische Expertin (asp)

Wallstraße 3 | 55122 Mainz

Tel: +49-6131-39-39233

E-Mail: leistungssport.neuropsy@uni-mainz.de

Psychologisches Institut, Johannes-Gutenberg Universität Mainz